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New Work oder der alte Wein in neuen Fässern

Aktualisiert: 24. Okt. 2023

In den über 25 Jahren, in denen ich Menschen in der Beratung und im Training begleitet habe, ist der Satz: „Das haben wir doch schon immer so gemacht“ sicher einer der von mir meist gehörten Sätze beim Kunden. Meinem inneren Auftrag zu Folge habe ich diese Aussage und die damit verbundene Einstellung natürlich täglich bekämpft, denn Killerphrasen helfen in einem Prozess ja nicht weiter.

Das ich selbst diesen Satz nun seit ca. einem halben Jahr fast täglich gebrauche, wundert mich nun umso mehr.

Flexibilisierung von Denkmustern, Strukturen und Gewohnheiten

Durch die anhaltende Pandemie ist New Work einer der meistgenannten Begriffe in der Wirtschaft. Die Gelegenheit zur Veränderung unserer Arbeitsgewohnheiten sowie ganzer Unternehmensorganisationen ist durch die Krise so günstig wie noch nie.

Home Office und virtuelle Meetings, vor Jahren noch eine seltene Arbeitsformen, scheinen zur Normalität geworden zu sein und wären sicher vor 10 Jahren aufgrund der technischen Ressourcen viel schwerer lebbar. Aber für mich hat das wenig mit New Work zu tun. Für mich verfolgt New Work vielmehr den Grundsatz der generellen Flexibilisierung von Denkmustern, Strukturen und Gewohnheiten. Dem Abbau von Hierarchien und Neugestaltung von Arbeitszeiten.

Und ja, je mehr ich bei unseren Kunden hinein höre und die derzeitigen Change Projekte begleite oder verfolge, denke ich mir: Moment, haben wir Halstenbergs das nicht schon immer so gemacht?

Haben wir nicht gerade in der Zeit von 1999-2006 vier mittelständische Produktionsbetriebe mit ca. 500- 1000 Beschäftigten umstrukturiert? Haben wir nicht dort KVP, Kaizen, Gruppenarbeit eingeführt mit neuen flexiblen Arbeitszeiten und Gehaltsmodellen? Waren wir es nicht die Hierarchien abgebaut haben und den Mitarbeitern mehr Verantwortung in Entscheidungsprozessen übertragen haben. Die auch unzählige Betriebsräte in diesen Firmen trainiert und gecoacht haben unter dem Ansatz denkt neu, anders und seit das Co- Management eures Unternehmens?

Also was daran ist neu?

Digitalisierung und neue Denkmuster

Lediglich die zunehmende Digitalisierung verändert den Markt und die Denkmuster in vielen Unternehmen. Kunden zum Beispiel stellen neue Ansprüche, die sich deutlich von Kundenwünschen von vor 20 Jahren unterscheiden. Bestes Beispiel hierfür sind Onlineshops. Immer mehr Menschen shoppen lieber vom heimischen Sofa aus, als sich auf den Weg in die Kaufhäuser zu machen. Unternehmen müssen daher solche Shops einrichten, pflegen und immer auf dem neuesten Stand halten.

Aber für uns gibt es keine optimale Organisationsstruktur. Vielmehr kauen wir mindestens seit Ende der 90er die immer wieder selben Themen durch. Vielleicht spüren wir es nur nicht, weil wir dem Kinde immer wieder einen neuen Namen geben?!

Wie kommen wir aus dem Hamsterrad heraus uns immer wieder mit altem Mist zu beschäftigen? Indem wir lernen anders zu denken. Es braucht Hierarchie, vermutlich in 80% der Fälle. Es braucht aber auch Selbstorganisation vermutlich in 20% der Fälle.

Mit New Work zum Erfolg

Damit New Work zum Erfolg wird, braucht es für uns neben digitalen Tools für das kollaborative Arbeiten vor allem einen kritischen Blick auf etablierte Strukturen und Denkens Weisen im Unternehmen.

Ansonsten bleibt es ein alter Wein in neuen Fässern!

Achim Halstenberg

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